HEMPELS feiert PDF  | Drucken |
Montag, den 10. Dezember 2012 um 12:59 Uhr

HempelsJeder kennt den Spruch: „Wie bei Hempel´s unterm Sofa!“ – wenn so mancher Alltagsgegenstand darunter herumlungert. Bei HEMPELS unterm Sofa? – Nun ja, vielleicht liegt da ein Straßenmagazin oder auch mehrere? - denn das Straßenmagazin HEMPELS feiert im Dezember 2012 seine 200. Ausgabe. Im Februar 1996 entstand im Rahmen eines Beschäftigungsprojektes die erste Ausgabe des Straßenmagazins HEMPELS. Ursprünglich nur ein kleines fotokopiertes Heft, von Sozialarbeitern rahmentlich gestaltet. Die Autoren jedoch, welche die Federn führten, waren wohnungslose Menschen in Kiel. Sie schrieben über ihr bewegendes Leben für Bürgerinnen und Bürger der Stadt und machten somit auf einen sozialen Brennpunkt in der Landeshauptstadt Kiel aufmerksam. Geschichten von Arbeits- und Wohnungslosigkeit sowie Suchtproblematiken bildeten das Hauptaugenmerk dieses Heftes. Nach einem erfolgreichem Einstieg musste man erstmal einen Rückgang verzeichnen. Um wieder ein positives Feeling zu erzeugen wurde umgedacht. Unter anderem begann man nun auch über Themen wie Sport oder Kultur zu berichten, es wurde lebendiger und bekam neue professionelle Frische. Mittlerweile kann HEMPELS 15.000 bis 17.000 Exemplare aufzählen, welche von derzeit ca. 170 Verkäufern weit über Kiel hinaus verkauft werden. So zum Beispiel auch in Eckernförde, Flensburg, Husum, Lübeck, Plön, Eutin und Rendsburg. Es hat sich nach 15-jährigem Bestehen zu einem der größten Straßenmagazine Deutschlands etabliert. Und noch etwas hat sich geändert: War anfangs der Verkauf ausschließlich den Obdachlosen vorbehalten, können jetzt alle, denen monatlich nicht mehr als der Hartz IV-Satz zur Verfügung steht, das Straßenmagazin verkaufen und mit dem Verkaufserlös den Geldbeutel etwas füllen. Wohnungslosigkeit ist keine Voraussetzung mehr. Ein kostenloses Startpaket von 10 Exemplaren wird gestellt, alle weiteren Hefte erhält der Verkäufer zum Einkaufspreis und kann sich daraus 0,90 € pro Stück als Zubrot erwirtschaften. Die Gebiete werden zugeteilt, die Zeiteinteilung darf selbst bestimmt werden und macht die Beschäftigung zwanglos. Neben der Straßenzeitung gründete sich 1997 der Trägerverein HEMPELS e.V., welcher Hand in Hand mit der evangelischen Stadtmission zusammenarbeitet. Neben einer Suppenküche, einem Tagestreff & Kontaktladen (zu welchem einmal in der Woche ein Arzt kommt), einem Café „Zum Sofa“ sowie Sozialberatung, bietet dieser viele eigen initiierte Projekte an. Ein Konzept, welches die Interessen benachteiligter Menschen vertritt. Glückwunsch zur 200. Auflage!

Bildquelle: hempels-sh.de

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 11. Dezember 2012 um 12:37 Uhr